Huflattich – als Heilkraut kannte man ihn schon in der Antike

Hast du Husten? Tun dir die Gelenke weh? Sammle dir Huflattich und mach dir daraus einen Tee, Sirup, Honig oder Umschlag.

HUFLATTICH

Huflattich war schon in der Antike als Heilpflanze bekannt. Plinius empfahl zum Beispiel, trockene Huflattichblätter anzuzünden und ihren Rauch durch ein Röhrchen einzuatmen. Aus den Blättern des Huflattichs wurde auch eine saure Suppe gekocht, und man aß auch seine Wurzeln, die wie Kohlstrünke schmecken.
 
Huflattich gehört auch zu den ersten Pflanzen, die uns die Natur nach dem langen Winter schenkt. Wie Brennnessel, Lungenkraut oder Schlüsselblume zählt auch Huflattich zu den blutreinigenden Pflanzen. Huflattich ist ein sehr wirksames Mittel gegen Husten.
 
Huflattich gehört zu den sogenannten schleimbildenden Drogen, die entzündete Stellen schützen, indem sie eine feine Schleimschicht auf ihnen ablagern, wodurch Reizungen verhindert, Schmerzen gelindert und dadurch die Abheilung von Entzündungen unterstützt wird.
 
Die Droge wurde in der Volksheilkunde traditionell bei Atembeschwerden verwendet. Sie dämpft den Husten, unterstützt aber, wo nötig, das Abhusten.
Sehr geeignet ist hier Huflattich in Kombination mit Gänsefingerkraut oder mit dem lieblichen Frauenmantel. Die Blüten wirken vor allem gegen Krämpfe.
 
Früh im Frühling (März - April) werden bei trockenem Wetter die noch nicht ganz oder frisch aufgeblühten gelben Blüten gesammelt. Die Blätter werden zu Beginn des Sommers gesammelt, sie wachsen erst nach dem Verblühen der Pflanze. Es werden junge, gesunde und unbeschädigte Blätter geschnitten. Blüte und Blatt werden in dünnen Schichten getrocknet, damit es nicht zum Schwitzen und dadurch zur Wertminderung der getrockneten Droge kommt. Die Blüten müssen ihre ursprüngliche gelbe Farbe behalten.
 
Die Huflattichblüten enthalten: Schleim, Glykosidbitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, gelbe Farbstoffe (Xanthophyll), ätherisches Öl.
Das Blatt enthält: Schleim, Catechingerbstoffe, organische Säuren (Apfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Gallussäure), Inulin, Triterpene, Sterole, Kalium, Zink
 
Beim Huflattich sind nicht nur die Blüten nützlich, auch die Blätter tun der Gesundheit gut. Zerstoße sie und bereite dir daraus einen Umschlag für entzündete Venen zu. Er bringt Linderung bei unangenehmen Hautbeschwerden und bei steifen, müden Gelenken. Lege den Umschlag morgens und abends auf und lasse ihn eine Stunde einwirken. 
Wenn du keine frischen Blätter hast, bereite dir einen stärkeren Sud aus getrockneten, zerkleinerten Blättern zu. Gib drei Esslöffel davon in einen halben Liter kochendes Wasser, koche fünf Minuten, rühre gelegentlich um, nimm es vom Herd und lasse es eine halbe Stunde ziehen. 
Seihe ab und tauche eine Mullbinde oder ein Stück Leinenstoff in den warmen Tee. Leicht auswringen, auf die betroffene Stelle legen und mit einer Plastiktüte umwickeln. Lasse den Umschlag eine Stunde einwirken, wiederhole ihn dreimal täglich.
Der sogenannte trockene Wickel in Huflattichblätter ist wirksam gegen Rheuma und Gelenkschmerzen, er sollte etwa eine Stunde angewendet werden.
In der Volksheilkunde wurde bei einer Verbrennung empfohlen, eine Handvoll frischer Blätter kurz in kochendes Wasser zu tauchen und sie abgetropft darauf zu legen.
Aus zu Brei zerstoßenen Blättern wurden traditionell Umschläge für die Brust gemacht, die bei Atembeschwerden Linderung bringen sollten.
Huflattich wird auch als harntreibendes und entzündungshemmendes Mittel verwendet, er wirkt gegen Durchfall.
 

Huflattichsirup

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Aus Huflattichblättern lässt sich ein hausgemachter Sirup zubereiten, der auch für kleine Kinder geeignet ist. In eine Glasflasche schichten wir abwechselnd Zucker und geschnittene Huflattichblätter. Diese Mischung lassen wir etwa vier Wochen stehen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die traditionelle Methode ist das Eingraben in die Erde. Wir vergraben das Glas mit dem Inhalt im Garten und legen über das Glas ein kleines Holzbrett.
Die ausgeglichene Erdtemperatur ermöglicht die Gärung des Huflattichs.
Wir lassen es 8 Wochen in der Erde.
Danach seihen wir den Sirup ab und lagern ihn in Glasflaschen im Kühlschrank.
Für Huflattichhonig brauchst du
frisch gesammelte Huflattichblüten oder -blätter und
natürlichen Zucker
Gib in ein verschließbares Glas nach und nach eine Schicht gewaschener und getrockneter Blüten (ca. 1 cm) und eine Schicht Zucker (ca. 3 cm) bis zum Rand; du endest mit einer Zuckerschicht. Drücke jede Schicht fest. Verschließe das Glas und stelle es für etwa 6 Wochen kühl. Wenn der Huflattich Saft abgibt, gib den Inhalt des Glases in etwas Wasser, rühre um, koche kurz auf und seihe ab. Erwärme erneut, bis der Saft eindickt. Bewahre den Sirup im Kühlschrank auf und nimm ihn löffelweise bei Husten ein, max. 3 Löffel täglich.
 
Bei Kopfschmerzen legen wir dem Erkrankten frische Huflattichblätter auf die Stirn, und zwar mit der behaarten Seite nach unten. Frischer Huflattich-Extrakt, ins Ohr geträufelt, hilft gegen Ohrenschmerzen.

Huflattich-Tinktur löst sehr wirksam den Schleim.

 
Trockenen, auszehrenden Husten müssen wir unterdrücken. Deshalb setzen wir Mittel ein, die den Husten dämpfen – Antitussiva (dazu zählt auch Huflattich).
Hausgemachter Huflattichsirup oder die Tinktur eignen sich hervorragend zur Dämpfung des Hustens. Wir verwenden ihn bei Entzündungen der oberen Atemwege, zum Abhusten und zur Linderung von Entzündungen.
 
 

Umschlag aus Blättern für schmerzende Gelenke

Entferne von frischen Huflattichblättern die Stiele und spüle sie gründlich mit kaltem Wasser ab. Belege damit in zwei Schichten das schmerzende Gelenk. Lege sie immer mit der oberen, grünen Seite auf. Fixiere die Blätter mit einem Verband und wickle für einige Stunden ein Tuch darum
Gegen Husten, Heiserkeit und Verschleimung wird ein Sud aus 10 g Blättern und Blüten empfohlen, die man in einen Viertelliter kaltes Wasser gibt, einmal aufkochen lässt und dann 10 Minuten ziehen lässt. Er wird mit Honig gesüßt getrunken. Eine ähnliche Wirkung hat auch ein Pulver aus getrockneten Blättern, von dem man 1 bis 2 mal täglich eine Messerspitze einnimmt.
Huflattich lässt sich gut mit Seifenkrautwurzel, Anis, Schlüsselblume, Eibisch, Salbeiblatt oder Kamillenblüten kombinieren.
 

Teemischung für verschleimte Bronchien und Lunge:

 

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Je 5 Teile Huflattichblätter, Huflattichblüten, Lungenkrautblüten und Malvenblüten, je 4 Teile Königskerzenblüten und Spitzwegerichblätter sowie 3 Teile Eibischwurzel. Zwei Esslöffel dieser Mischung übergießen wir mit 0,5 l kochendem Wasser und lassen es 15 Minuten ziehen. Zum Schluss süßen wir mit Honig. Wir trinken den Tee lauwarm mehrmals täglich in kleinen Schlucken
Frische zerstoßene oder gemahlene Huflattichblätter eignen sich gut als Maske für unreine und fettige Haut. Sie beruhigt sie, strafft sie und fördert die Durchblutung. Mit dem Sud wird gereizte Haut bei Hautausschlägen abgewaschen.
 
Bei der Einnahme von Huflattich Vorsicht!
Präparate aus den Blättern und Blüten des Huflattichs sollten nicht langfristig eingenommen werden, manche der darin enthaltenen Stoffe können eine schädliche Wirkung auf die Leber haben. In Teemischungen, in denen Huflattich einen Anteil von etwa 15 % ausmacht, ist er nicht gefährlich.
Die maximale Einnahmedauer von Huflattich sollte innerhalb eines Jahres 4 Wochen nicht überschreiten!!!
In der Schwangerschaft und Stillzeit wird Huflattich aufgrund des Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden für die innerliche Anwendung überhaupt nicht empfohlen.